25. März 2019 Mit effizienter Ozeanbeobachtung unseren Planeten besser verstehen

AtlantOS Symposium

Erfolgreiches EU-Horizon 2020-Projekt AtlantOS stellt Zukunftspläne vor

Während eines viertägigen Symposiums im UNESCO-Hauptquartier in Paris (Frankreich) werden die Erfolge des EU-Horizon 2020-Projekts AtlantOS zur „Optimierung und Verbesserung des integrierten Beobachtungsystems des Atlantischen Ozeans" vorgestellt. An dem über vier Jahre laufenden Vorhaben sind 62 Partnern aus 18 Länder mit einem Finanzvolumen von 20 Millionen Euro beteiligt. Während des Symposiums werden ferner Planungen für ein umfassendes Beobachtungsprogramm im gesamten Atlantik für das nächste Jahrzehnt präsentiert. An dem internationalen Treffen nehmen Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger, Nutzer, Geldgeber, Wirtschaftsvertreter und NGOs teil. AtlantOS wird vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordiniert.

 

Es gibt immer noch zu wenige Beobachtungsdaten aus unseren Ozeanen. Insbesondere fehlen lange Zeitserien, Daten aus der Tiefsee und Daten zur Biologie und Biochemie des Ozeans. Obwohl der Atlantik im Vergleich zu anderen Regionen zu den Meeresgebieten mit einer besseren Abdeckung gehört, gibt es immer noch viele Lücken, bei denen keine oder nur sehr wenige Daten vorliegen. Ein Ziel des EU-Horizon-2020-Projekts AtlantOS zur bestand darin, das Beobachtungssystem im Atlantischen Ozean zu verbessern, indem die bisherigen oft wenig koordinierten und monodisziplinären Aktivitäten zur Ozeanbeobachtung, zu einem nachhaltigen, effizienten und für den Zweck geeigneten integrierten „All-Atlantic Ocean Observing System" entwickelt werden sollten.

Während eines Abschluss-Symposiums im UNESCO-Hauptquartier in Paris ziehen die AtlantOS-Partner in dieser Woche zusammen mit politischen Entscheidungsträgern, Daten-Nutzer, Geldgebern, Wirtschaftsvertreter und NGOs Bilanz des Erreichten und geben gleichzeitig den Startschuss für das neue integrierte Beobachtungsystem.

„Das Projekt AtlantOS hat bereits maßgeblich zu internationalen Programmen wie dem Global Ocean Observing System (GOOS), dem Global Earth Observation System (GEOSS), sowie insbesondere zur aufstrebenden Initiative ‚Oceans and Society: Blue Planet' beigetragen. Umso mehr freuen wir uns heute den Start des internationalen „All-Atlantic Ocean Observing System"-Programms ankündigen zu können. Es verbindet Länder und deren Ozeanbeobachtungen in der gesamten Atlantikregion vom Rand des Arktischen Ozeans bis zum Südlichen Ozean verbindet", erläutert Professor Dr. Martin Visbeck, Koordinator von AtlantOS, vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

„Die Umsetzung des ehrgeizigen AtlantOS-Programms ist das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit, die auf die dringenden Bedürfnisse unserer atlantischen Partner zu reagiert. Es ist eingebettet in zwei internationale Abkommen, die die EU mit internationalen Partnern geschlossen hat: die Erklärung von Galway über die Zusammenarbeit mit den USA und Kanada im Atlantik und die Erklärung von Belém über die Forschungs- und Innovationskooperation mit Südafrika und Brasilien", so John Bell von der Europäischen Kommission, die das EU-Horizon-2020-Projekt gefördert hat. „Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit unseren EU-Partnern und die Unterstützung dieser Bemühungen im neuen Forschungs- und Innovationsrahmen ‚Horizon Europe'."

„Ozeanbeobachtungen und die damit gewonnenen Daten und Informationen sind die Grundlage für solide Meeresforschung und ein besseres Verständnis unserer Ozeane", so Prof. Peter Haugan, Direktor des Instituts für Meeresforschung an der Universität Bergen und Präsident der Intergovernmental Oceanographic Commission. „Projekte wie AtlantOS liefern eine wichtige Datengrundlage für die UN-Dekade zur ‚Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung' von 2021 bis 2030 mit ihrer Vision - wissenschaftliche Erkenntnisse zu entwickeln, Infrastruktur zu errichten und Partnerschaften für einen nachhaltigen und gesunden Ozean zu fördern".

„Ein Projekt wie AtlantOS mit so vielen Partnern hat uns vor viel Herausforderungen gestellt", sagt Projektkoordinator Professor Dr. Martin Visbeck. „Dennoch war es eine einzigartige Gelegenheit, die Ozeanbeobachtungen im Atlantik deutlich voranzutreiben", so Visbeck weiter. Ziel sei es nicht nur gewesen, weitere Messungen durchzuführen, sondern auch die Beobachtungstechnologien voranzutreiben, bestehende Beobachtungsnetze und Datensysteme besser zu koordinieren und zu integrieren und ein breiteres Beobachtungssystem mit langfristiger Perspektive für den gesamten Atlantik zu etablieren, so Prof. Visbeck weiter.

„Das Symposium wird dazu dienen, die gemeinsamen Bemühungen zu Ozeanbeobachtungen im gesamten Atlantischen Ozean mit allen Akteuren zu diskutieren und zu verfeinern. Die Ergebnisse werden der G7-Ocean-Gruppe, der internationalen Konferenz OceanObs19 und der Dekade der ‚Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung' der Vereinten Nationen zur Verfügung gestellt", so die wissenschaftliche Koordinatorin von AtlantOS, Dr. Anja Reitz von GEOMAR. Rund 200 Teilnehmer aus 20 Ländern nehmen an dem Symposium in Paris teil.

„Meeresbeobachtungen sind für ein besseres Verständnis der Prozesse des Ozeans wie natürliche Klimaänderungen und Klimawandel, die zukünftige Entwicklung der marinen Ökosysteme, die nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen und für den Schutz vor Meeresgefahren von Bedeutung. Ohne Beobachtungsdaten werden wir diese Prozesse nicht verstehen und keine Pläne entwickeln, um unseren Ozean, der für unser globales Ökosystem und unsere Wirtschaft unverzichtbar ist, zu schützen", sagt Professor Visbeck abschließend.

Links:
https://www.atlantos-h2020.eu AtlantOS Projektseite
https://www.atlantos-h2020.eu/first-international-atlantos-symposium AtlantOS Symposium
https://ec.europa.eu/research/iscp/pdf/galway_statement_atlantic_ocean_cooperation.pdf Galway Statement
https://ec.europa.eu/research/iscp/pdf/belem_statement_2017_en.pdf Belem Statement
https://www.youtube.com/watch?v=KySJYWPOtPk Video über AtlantOS

Kontakt:

Dr. Andreas Villwock (GEOMAR, Kommunikation & Medien), Tel.: 0431 600-2802
presse@geomar.de