CO2-Deponierung am Meeresboden

Das Meer nimmt sehr viel Kohlendioxid aus der Luft auf und ist deshalb die größte Kohlenstoff-Senke. Dadurch werden die atmosphärischen Veränderungen verlangsamt, und der Einfluss der Ozeane auf den Klimawandel ist dementsprechend erheblich.
Durch diese wichtige Rolle der Ozeane im weltweiten Kohlenstoff-Kreislauf, entsteht die Frage, ob die natürliche Kohlenstoff-Aufnahme der Ozeane durch die zusätzliche Einleitung von Kohlendioxid in die Tiefsee oder unterhalb der Meeresoberfläche beschleunigt werden kann.
Neue Untersuchungen zeigen, dass die Einlagerung von flüssigem CO2 im Meer eine Alternative der Kohlenstoffreduzierung im weltweiten Kreislauf sein könnte. Insbesondere scheinen Strukturen im Meeresboden wie z.B. wasserleitende Schichten oder frühere Lagerstätten fossiler Energieträger für die Kohlenstoff-Einleitung vielversprechend zu sein.

Ökologische Konsequenzen:
Bisher sind die Auswirkungen einer Kohlenstoff-Einleitung in Sedimentschichten des Meeresbodens kaum bekannt. Das stark verdichtete CO2 kann einen Großteil der geophysikalischen Eigenschaften der Sedimente verändern.

  • Die Verflüssigung bzw. die Befestigung von pH-sensitiven ökologisch relevanten Verbindungen
  • Bildung und Stabilität von CO2-Hydraten im Meereswasser und (Sub)Sediment im relevanten Temperatur- und Druckbereich
  • Ablagerung von CO2-Hydraten und ihre Effekte auf die Durchlässigkeit des Reservoirs
  • Veränderungen der Schallgeschwindigkeit und von geoelektrischen Eigenschaften


Ohne detailiertes Wissen über diese Abläufe, können die ökologischen Auswirkungen der ins Auge gefassten marinen Kohlendioxid-Beseitigung nicht angemessen abgeschätzt werden. Diese möglichen Auswirkungen sollen nicht nur theoretisch, sondern auch mit Hilfe von Experimenten untersucht werden.

Wirtschaftliche und rechtliche Konsequenzen:
Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ist die Hauptfrage, wie viel die CO2-Einleitung im Verhältnis zu anderen Klimaschutzmaßnahmen kostet. Weiterhin entsteht die Frage, wie die Kohlenstoff-Speicherung in ein leistungsfähiges und wirkungsvolles Komplett-Management des Kohlenstoffkreislaufs integriert werden kann. Wenn erstmal der Beitrag der Kohlenstoff-Bindung in einem Kohlenstoff-Managementsystem ermittelt ist, soll die Anwendung von angemessenen politischen Maßnahmen und der Einführung von Anreizen für die Kohlenstoff-Speicherung untersucht werden. Verschiedene Arten von politischen Instrumenten können genutzt werden, um solche Anreize zu erzeugen. Ein besonders anspruchsvolles Forschungsziel ist die Ausgestaltung solcher politischer Instrumente, denn die Ozeane sind nicht durch die Gesetzgebung von Ländern geregelt, sondern durch internationales Recht. Vom rechtlichen Standpunkt aus ist es noch unklar, wie die die CO2-Einleitung in internationale Gewässer mit dem geltenden internationalen Recht in Einklang gebracht werden kann. Weiterhin muss geklärt werden, welche Mechanismen genutzt werden können, um Kosten und Nutzen zu verrechnen, so dass Anreize für Länder und private Firmen geschaffen werden, sich in der Kohlenstoff-Speicherung zu engagieren.


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