Submarine Gefahren an Kontinentalrändern

Submarine Naturgefahren

Erdbeben, Vulkanausbrüche, sowie Rutschungen an Kontinentalhängen und deren Folgen wie Tsunamis stellen Gefahren für die Bevölkerung und Infrastruktur im Küstenbereich dar. Sie können lokal und regional schwere Schäden anrichten und hunderttausende Opfer fordern.

Trotz intensiver Untersuchungen werden Erdbeben nur ungenügend verstanden. Die Vorhersage und das Tsunamipotential sind schwer abzuschätzen. Erdbeben und andere Prozesse sind die Auslöser für Hangrutschungen. Die schnelle Verlagerung großer Massen und die damit einhergehende Änderung in der Meeresbodentopographie können Tsunamis auslösen und Offshore-Infrastruktur zerstören.

Die an diesem Projekt beteiligten Wissenschaftler fokussieren ihre Aktivitäten auf die folgenden beiden Themen:

  1. Untersuchung der Verbindung zwischen Struktur und Dynamik von Subduktionszonen und dem Zyklus großer Erdbeben
  2. Hangstabilität an Kontinentalrändern.

Das Hauptaugenmerk der neu etablierten Nachwuchsforschergruppe liegt auf der Analyse von submarinen Hangrutschungen und den damit verbundenen Gefahren. Dafür werden zahlreiche Rutschungen in unterschiedlichen tektonischen Milieus (aktive und passive Kontinentalränder sowie Seen) mittels hydro-akustischer, seismischer, sedimentologischer und geotechnischer Methoden untersucht.

 

Submarine Hangrutschungen: Ein globales Phänomen

Submarine Hangrutschungen treten an Kontinentalrändern weltweit auf. Die größten bekannten Rutschungen befinden sich an passiven Kontinentalrändern. Beispiele hierfür sind die Storegga Rutschung vor Norwegen und die großen Rutschungen vor NW-Afrika. Rutschungen können Volumina bis zu 20.000 km³ erreichen, Gebiete bis zu 90.000 km² betreffen und sich bis zu 800 km vom Ursprungsort entfernt ablagern. Aktive Kontinentalränder sind dagegen durch häufigere Rutschungen kleineren Ausmaßes gekennzeichnet.

Submariner Massentransport spielt eine wichtige Rolle während der Evolution von Kontinentalrändern. Der Forschungsschwerpunkte, jedoch, sind die von Hangrutschungen ausgehenden Gefahren, wie z.B. die Zerstörung von Offshore Infrastruktur (Kommunikationskabel, Pipelines und Bohrinseln) und durch Rutschungen generierte Tsunamis. Darüber hinaus wird diskutiert, ob submarine Rutschungen durch eine plötzliche Druckentlastung zur Dissoziation von Gashydraten und damit zur Freisetzung von Treibhausgasen beitragen.

Die Bedeutung submariner Rutschungen steigt mit zunehmendem Ausbau von Meeresboden- und küstennaher Infrastruktur. Eine große Zahl von sozio-ökonomisch relevanten Branchen einschließlich Energiewirtschaft, Kommunikation, Verkehr, Tourismus, Fischerei, Militär und Wissenschaft erweitern ihr Interesse weiter und tiefer in die Ozeane. Angesichts der sich erwärmenden Ozeane mit steigendem Meeresspiegel und zunehmender menschlicher Aktivität, gewinnen submarine Hangrutschung weiter an Bedeutung.

Die Untersuchung unterschiedlicher Typen von Rutschungen bietet die Gelegenheit, ein besseres Verständnis der Ursachen und Folgen submariner Hangrutschungen zu gewinnen. Neben geophysikalischen, sedimentologischen und geotechnischen Untersuchungen von Rutschungen ist ihre Datierung eine Schlüsselaufgabe, um Veränderungen der Umweltbedingungen mit Rutschungsereignissen zu korrelieren.


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