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Molekulare und genetische Erforschungen von marinen Modellorganismen wie z.B. Kieselalgen und Krebstieren sollen Rückschlüsse und mögliche Ansätze zur Bekämpfung von menschlichen Entzündungskrankheiten liefern. Dies ist möglich, weil bei marinen Organismen die Gene, die für Barrierefunktionen wichtig sind, in erheblich höherer Vielfalt vorliegen als beim Menschen. So hat z.B. der Seeigel mehr als 200 so genannte Toll-like Rezeptoren, der Mensch hat nur neun, und mehr als 1000 NOD Proteine (beim Menschen ca. 100). Diese Proteine sind Bestandteile des angeborenen Immunsystems des Menschen und schützen ihn vor Krankheitserregern aus der Umwelt. Im Laufe der Entwicklung (Evolution) hat im menschlichen Körper gegenüber dem Seeigel eine Auswahl von Proteinen zur Immunabwehr stattgefunden. Gleichzeitig führen die verbliebenen genetischen Varianten in diesen menschlichen Barrieregenen unter heutigen Bedingungen immer häufiger zu Krankheiten. Warum ist das so, und wie ist die "natürliche" Funktion dieser Varianten, das sind die Herausforderungen der Marinen Medizin.
Die Juniorforschergruppe "Marine Medizin" ist an das Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie (ZBM) der Universität Kiel angegliedert. Von dort aus wird sie in Zukunft die Gene funktionierender Barrieren bei marinen Lebewesen mit denen menschlicher Gene vergleichen. Denn nur fundierte Kenntnisse über den Ursprung und die Funktion solcher krankheitsverursachenden Gene ermöglichen bessere diagnostische Maßnamen und die Entwicklung neuer Therapieformen. Die Entwicklung der relevanten Genfamilien soll mit Hilfe von Gendatenbanken mariner Lebewesen (vom mehrzelligen Organismus wie Nesseltieren bis zum einzelligen Plankton) zurückverfolgt werden.
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